Hierarchie und Kommunikation
3. Februar 2010Heute ist mir wieder etwas aufgefallen am Verhalten meiner Klasse. Dass es Leute gibt, die gesprächiger als andere sind, ist glaube ich kein Geheimnis. Dass bei 30 Schülern in der Klasse nicht jeder gleichzeitig reden kann ist auch selbstverständlich. Man erkennt meist einige, die sich oft zu Wort melden. Wenn man die Klasse aber verkleinert, also auf eine kleine Gruppe von ca. 10 Schülern, so kommen auf einmal 200-300% mehr Wortmeldungen als zuvor. Woran kann das liegen? Vielleicht an der Einstellung der Schüler? Denken viele daran, dass sie sich nicht melden müssen, um eine etwaige Aufgabenstellung zu lösen bzw. Themen innerhalb der Klasse zu erörtern? Oder leidet jeder von Ihnen an einer Kommunikationsphobie.
In dem Moment, wo die Gruppe verkleinert wird, melden sich Schüler, die sich davor nahezu nie zu Wort melden. Herrscht innerhalb der dezimierten Gruppe ein anderes Hierarchiesystem als in der ganzen Klasse aufgrund des Fehlens einiger Mitschüler? Werden dadurch “Führungspositionen” frei, welche dann für kurze Zeit neu besetzt werden, nur um danach wieder kampflos abgegeben zu werden?
Ich meine, das hängt alles irgendwie zusammen. Menschen, die eher introvertiert orientiert sind, fühlen sich in kleineren Gruppen wohler. Dadurch fühlen sie sich direkter angesprochen und nicht nur als ein 5. Rad am Wagen. Darauf könnte man schließen, dass in nahezu jeder erdenklichen Lebensituation unser Handeln und Interagieren mit Mitmenschen unter Einfluss des im Unterbewusstsein eingeprägten Anarchiesystems steht und beeinflusst wird.
Fuu
3.Februar - 21:01